Mehr als 100 Jahre Erfahrung
Als erste „Kraft der Haller“ haben sich die Unternehmer Eduard Kisker und Gottlieb Buskühl einen Namen gemacht. Im Jahr 1897 – Halle war eine kleine Ackerbürgerstadt mit gerade einmal 2.374 Einwohnern – forderten sie für die beginnende Industrialisierung Strom. An der heutigen Straße Alter Markt baute man die erste „Electricitäts-Centrale“. Die von einer Dampfmaschine erzeugte Energie floss zuerst in die Betriebe – „zwecks Beleuchtung und Kraftübertragung“. Spuren der frühen Elektrifizierung sind noch heute zu erkennen: Halle ist in diesen Tagen – bei mittlerweile nahezu zehn Mal soviel Einwohnern – ein überaus starker Wirtschaftsstandort in der Region.
Mit der öffentlichen Trinkwasserversorgung ging es nicht ganz so schnell. Zwar stellte Amtmann Scholl bereits 1905 das Gesuch, eine Versorgungsanlage entwerfen zu dürfen. Er handelte sich stattdessen einen Korb des Landrats ein: „Mit dem Erwidern zurück, daß sich die Überweisung eines Fragebogens erübrigt, weil eine Wasserversorgungsanlage für den hiesigen Kreis vorderhand gar nicht in Frage kommt.“ Der allgemeine Glaube, dank vieler privater Brunnen auch ohne Wasserwerk auszukommen, hielt sich bis weit nach dem letzten Krieg. Erst 1964 schwoll durch viele zugezogene Vertriebene die Zahl der Einwohner so stark an, dass die Planung einer öffentlichen Wasserversorgung unumgänglich war. 1966 baute man das Wasserwerk, heute liegen rund 175 Kilometer Wasserrohre auf Haller Stadtgebiet, mehr als 5.000 Häuser und Firmen sind angeschlossen.
Als dritte „Kraft der Haller“ kam 1972 das Erdgas hinzu. Mittlerweile werden rund 60 Prozent aller Häuser und Betriebe mit Erdgas versorgt, fast 3.900 sind es in Halle. Das Leitungsnetz ist mehr als 170 Kilometer lang.
Mit den Anforderungen der Stadt wuchs auch das Unternehmen dahinter: 1898 als „Städtische Centrale“ gegründet, firmierte die Stromversorgung 1958 in „Elektrizitätsversorgung der Stadt Halle“ um. 1972 wurden daraus die „Stadtwerke Halle“, ein städtischer Eigenbetrieb. Dieser wurde 1996 aus dem Rathaus ausgegliedert, firmiert seitdem als T.W.O. Technische Werke Osning GmbH.








